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GESTALT INSTITUT HAMBURG E.V.
in Hamburg, Hannover, Berlin, Dresden, Koblenz, Frankfurt, Tübingen und Freiburg
Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung in Gestalttherapie, Gestaltpsychotherapie, Psychotherapie, Gestaltpädagogik, Gestaltberatung, Körpertherapie, Supervision, Kreativitätsförderung und Organisationsberatung.

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Ausbildungsschwerpunkte in der Grundausbildung

(1-3 Ausbildungsjahr) 

Selbsterfahrung

Zentrale Fähigkeit des Therapeuten ist sowohl eine kritische als auch eine akzeptierende Selbstwahrnehmung, die durch einen intensiven Selbsterfahrungsprozess in Einzel- und Gruppenarbeit wesentlich vertieft werden kann.

Verhaltensweisen, Gefühle (Ängste, Aggressionen, Wünsche, Sehnsüchte, etc.), Lebenserfahrungen der Vergangenheit und Gegenwart, Lebenskrisen, Konflikte aus Beziehungen in Partnerschaft, Familie und Beruf, werden vom Auszubildenden selbst oder durch anteil-nehmende Beobachtung anderer (sharing) bearbeitet.

Feedback (Akzeptanz und Konfrontation) von Seiten der Gruppe und des Ausbilders fokussieren dieses existentielle Erleben.

Diese Arbeit soll dem Auszubildenden die Integration unbewusster Persönlichkeitsanteile ermöglichen. Sie soll zu einem hohen Grad an Wahrnehmung für sich selbst und für andere führen und zu selbstverantwortlichem und selbstkongruentem Handeln befähigen.

Die Verwendung kreativer Medien wie Klang- und Bewegungsimprovisation, Theater und Bildnerisches Gestalten erweitern den Bereich der Selbsterfahrung. Dadurch wird eine einengende Prägung im körperlichen und kreativen Ausdrucksbereich aufgehoben und eine ganzheitliche Persönlichkeitsentfaltung angestrebt.

Theorie und Praxis

Theoretisches Wissen – diagnostisches sowie methodisches – sind Voraussetzungen therapeutischer Kompetenz.

Vermittelt werden allgemeine Aspekte der Psychotherapie und spezielle Kenntnisse in der Theorie der Gestalttherapie.

Die Vermittlung der Theorie erfolgt durch Vorträge und Referate, Literaturhinweise, Videos und andere Medien und – im Sinne von lebendigem Erfahrungslernen – stets mit Bezug zur Praxis.

Letzteres geschieht durch Einüben von psychotherapeutischen Verhaltensweisen unter Supervision mit sich anschließenden Reflexionsphasen und Theorie-Methoden-Diskussionen z.B. mit Rollenspielen im Gruppenprozess, in Einzelstunden oder in Kleingruppen (Klient-Therapeut-Beobachter) oder in kollegialer Gruppenarbeit bzw. kollegialer Supervision.

 

Theorie und Methodik I  (1. Ausbildungsjahr)

Begriffe, Prinzipien, Konzepte und Methoden der Gestalttherapie, Abgrenzung und Integration 

Menschenbild in der Gestaltpsychotherapie

  • Einheit von Körper, Geist und Seele
  • Einheit von Individuum und Umwelt (Autonomie-Interdependenz)
  • Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (durch Gegenwärtigkeit)
  • Einheit von Sich-Akzeptieren und Sich-Ändern
  • Gesundheit- und Krankheitsbegriff in der Gestalttherapie
  • Wachstum, Reifung, Ganzheit, Integration
  • Ethik in der Psychotherapie

Prinzipien der Gestalttherapie

  • Prinzip der Konzentration auf den Kontakt bzw. Kontaktabbruch
  • Prinzip des Self-Support
  • Prinzip der Verantwortlichkeit
  • Prinzip der Freiwilligkeit
  • Prinzip des Lernens durch Erfahrung
  • Prinzip der geschlossenen Gestalt u.a.

Konzepte der Gestalttherapie

  • Gesetze aus der Gestaltpsychologie: Figur-Hintergrund, Geschlossene Gestalt, unfinished business u.a.
  • Kontaktzyklusmodell
  • Organismische Selbstregulierung und kreative Anpassung
  • Organismus-Umweltkonzept
  • Funktion von Gefühlen
  • Hungertriebmodell und Bedeutung von Aggression

Vergleich mit der Psychoanalyse

  • Dynamik psychischer Prozesse
  • Tiefenpsychologische Entwicklungstheorien

Methodische Umsetzung des gestalttherapeutischen Ansatzes

Gestalttherapeutische Interventionen:

  • Dialogischer Therapieprozess
  • Gesprächsführung: Interaktion, Beziehungsklärung, Verbalisierung von Gefühlen, Ich-Aussagen, Emotionale Wertschätzung u.a.
  • Traumarbeit
  • Körperbezogene Methoden:
    Übungen bezogen auf Körperausdruck, Körperwahrnehmung (Atem, Stimme, Bewegung)
  • Übungen aus der Reichianischen Körperarbeit:
    Bioenergetik, Kinästhetik, Feldenkrais, Atemtherapie,Bewegungstherapie, Tanztherapie, Ausdruckstanz u.a.
  • Gestalttherapie mit kreativen Medien
  • Übungen z.B. mit Ton, Farbe, Masken, Musik, Spracheund Theater (Psychodrama)
  • Arbeit mit "Leerem Stuhl", "Hot Seat" und Experimenten

Ausgewählte Themen aus der Psychopathologie

 

Vermittlung des Philosophischen Hintergrundes und der historischen Wurzelnder Gestalttherapie:

Psychoanalyse, Reichianische Charakter-Analyse, Gestaltpsychologie (Feldtheorie und das Holismus-Prinzip), Organismische Selbst-regulationstheorie, Humanistische Psychologie (u.a. phänomenologischer Ansatz), Existentialismus, Christentum und fernöstliche Religionen (u.a. Buddhismus).

 

Theorie und Methodik II  (2. Ausbildungsjahr)

Begriffe, Konzepte und Methoden der Gestalttherapie im Vergleich mit der Psychoanalyse und einigen anderen Psychotherapieschulen

Die Person und ihre Prozesse

  • Der Begriff des Selbst: Es-, Ich- und Persönlichkeitsfunktion
  • Bedeutung, Funktion und Umgang mit dem Widerstand:
  • Störungen an der Kontaktgrenze
  • Unterbrechung des Kontaktzyklus: Konfluenz, Introjektion, Projektion,  Retroflektion, Deflektion, Egotismus,
  • Polarisierung und Integration
  • Konzept des "Impass"
  • Semantik und Sprachverhalten
  • "Spiele der Erwachsenen" (nach der Transaktionsanalyse)

Prozesse in Gruppen

  • Gruppendynamische Modelle und Verfahren: Gestaltgruppentherapie, Themenzentrierte Interaktionelle Methode (TZI), psychoanalytische Gruppentherapie
  • Reflektieren und Einüben von Gruppenleiterverhalten: Analyse von Gruppenprozessen und Entwicklungsstadien von Gruppen, Strukturieren von Gruppenprozessen, Bearbeitung von Störungen, Balancehalten zwischen Interessen des Einzelnen und der Gruppe, sowie dem Thema der Gruppe unter Einbeziehung des Umfeldes, Formulierung und Findung von Grup-penthemen (offiziellen und heimlichen).

Therapeutische Beziehung in der Gestalttherapie und in der Psychoanalyse

  • die dialogische Ich-Du Beziehung (Martin Buber)
  • der Umgang mit Übertragung und Gegenübertragung
  • Widerstände in der Gestalttherapie im Vergleich und ergänzend mit den Abwehrmechanismen des ICH in der Psychoanalyse: Kompensation, Verleugnung, Verschiebung, emotionale Isolierung, Identifikation, Introjektion, Isolierung (Spaltung), Projektion, Rationalisierung, Reaktionsbildung, Regression, Verdrängung, Sublimierung, Ungeschehen machen

Methodische Umsetzung
des gestalttherapeutischen Ansatzes II

(siehe Theorie und Methodik I)

  • Einüben verschiedener körperbezogener Methoden.
  • Gestalttherapie mit kreativen Medien.

Psychopathologie

 

Theorie und Methodik III  (3. Ausbildungsjahr) 

Im Rahmen der 4jährigen Gestalttherapieausbildung können prozesshaft folgende Lehrinhalte vorkommen:

Allgemeine Psychopathologie

  • Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen
  • Psychische- und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störunge
  • Affektive Störungen
  • Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
    mit körperlichen Störungen oder Faktoren
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Intelligenzminderung
  • Psychische Störungen im Kindes- und  Jugendalter
  • Psychosomatik
  • Sexualität
  • Psychopharmaka
  • Suizidalität und Krisenintervention 

Objektbeziehungstheorie

Prozesse der Veränderung in der Psychotherapie

  • Spezielle Diagnostik der Prozesse  des Klienten und die  Intervention des Gestalttherapeuten
  • Erstinterview in der Gestalttherapie und psychoanalytische   Anamnese
  • Therapieziele, Indikation, Prognosestellung
  • Krisenintervention im therapeutischen Prozess

"Paradoxe Intervention"

Gestaltpsychotherapie mit Paaren, Familien, Kindern
und Jugendlichen

Vergleich psychotherapeutischer Verfahren
anderer Schulen

Methodische Umsetzung
des gestalttherapeutischen Ansatzes III

  1. weitere Ausdifferenzierung körperbezogener Methoden
  2. Gestalttherapie mit kreativen Medien

 

Die Inhalte und Methoden werden in der Ausbildungsgruppe flexibel, praxisnah und prozessorientiert vermittelt.

Verschiedene Supervisionsmodelle werden dargestellt und eingeübt. Klienten-, Therapeuten- und Supervisorverhalten wird nach verschiedenen Konzepten reflektiert, supervidiert und zu konstruktivem Vorgehen differenziert verändert und damit persönliche, psychotherapeutische und supervisorische Fähigkeit entwickelt.

Darstellung der juristischen Voraussetzungen für die Befähigung zur selbständigen Patientenbehandlung

  1. Rechtliche Grundlagen klinisch-psychologischer Tätigkeiten zur Ausübung von psychologischer Psychotherapie
  2. Rechtliche Grundlagen zur Ausübung von Psychotherapie nach HPG        

Die einzelnen Teilgebiete werden jeweils unter den Aspekten: Abgrenzung zur somatischen Medizin / Psychiatrie, Ätiologie, Nosologie, Diagnosestellung / Differentialdiagnose und des jeweiligen Therapieansatzes dar­gestellt.

Kollegiale Gruppenarbeit (Peergroup)

Die Gruppenteilnehmer formieren sich zu Unter­gruppen, die ohne Leiter in regelmäßigen Abstän­den zusammentreffen.

Diese so genannten Peergruppen dienen der Einübung gestalttherapeutischer Verfahren und gegenseitiger Supervision.

Die Teilnehmer wechseln sich in therapeutischen Triaden (Klient, Therapeut, Beobachter/Supervisor) ab. Dieses Setting bereitet die spätere Form kollegialer Su­pervision vor.

Außerdem werden in diesen Peergruppen gestalttherapeutische Inhalte theoretisch erarbeit. (Literaturaustausch, Erarbeitung von Referaten)

Supervision

In Gegenwart der Ausbilder bzw. Lehrsupervisor und Ausbildungs-teil-nehmer üben die Auszubildenden in kleinen Grup-pen oder im Plenum, in der Rolle des Therapeuten, des Supervisors (Lernsupervision) die Kontaktaufnahme zum Klienten, das Erkennen von Kontaktunterbrechungen, von "unerledigten Geschäften", die Exploration von Problemen und die Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten.

Die Lehrsupervision umfasst eine stützende Reflexion des Erlebens und der Haltung des auszubildenden Therapeuten, des lernenden Supervisors (Lernsupervision). Dabei wird schwerpunktmäßig an der Therapeut-Klient-Beziehung, der Vorgehensweise des Therapeuten, des Supervisors und der diagnostischen Fragestellung gearbeitet.

Mit fortgeschrittenem Ausbildungsgrad übernehmen Ausbildungs-teilnehmer zeitweilig die Leitung der Ausbildungsgruppe unter Supervision und erhalten so die Fähigkeit, Gruppen zu leiten (z.B. nach der Themenzentrierten Interaktionellen Methode).

Supervidiert wird der jeweilige Auszubildende in seiner Art, die Gruppen zu leiten, interpersonale Beziehungen zu erkennen und zu fördern und je nach dem augenblicklichen Therapie- bzw. Gruppenprozess, Themen der Gruppe zu erkennen, zu formulieren und zu bearbeiten.

Im Anschluss an diese Einübung des Therapeuten- bzw. des Gruppenleiter- und des Supervisorverhaltens finden gründliche Methodendiskussionen statt, die sowohl den therapeutischen als auch den supervidierenden Teil beinhalten.

Kontrollierte Behandlungspraxis
Berufsbezogene Projektarbeit
Supervidiertes Praktikum / Lernsupervision

Die Teilnehmer stellen dem Ausbilder/Lehrsupervisor aus der beruflichen und nebenberuflichen Tätigkeit Projekte vor.

Sie erfahren auf der Basis von Protokollen, Videoaufnahmen, Hospitationen, Co-Leitung etc. eine detaillierte Rückmeldung durch den Ausbilder bzw. Lehrsupervisor.

Im Mittelpunkt stehen dabei Kriterien wie: Diagno­stik, Klient-Therapeut-Supervisor / Lernsupervisorbeziehung, therapeutische Haltung, Leiter- und Supervisorverhalten, Interventionsstil.

Dem GIH zur Supervision vorgelegten Fallarbei­ten aus der eigenen beruflichen Praxis des Auszubildenden werden den festgelegten Ausbildungsstunden jeweils noch hin­zugerechnet (dadurch erhöht sich die anrechen­bare Gesamtstundenzahl).

Einzelstunden

Parallel zur Weiterbildung bieten die Einzelsitzun­gen bei Lehrtherapeuten und Ausbildern die Möglichkeit, persönli­che Themen und das Erleben in den zurückliegen­den Gruppensitzungen sowie im Berufsfeld des Auszubildenden durchzu­arbeiten.
Diese Einzelsitzungen sind keine Heiltherapie.

Gestalttherapeutische, gestaltberatende und gestaltpädagogische Interventionen sollen dem Auszubildenden durch methodische Reflexion, durch Supervision bewusst gemacht und eingeübt werden.

Ausbildungsschwerpunkte
in der Supervisions-Zeit

(4. Ausbildungsjahr der Gestalttherapie-Ausbildung)

  1. Einüben des Therapieverhaltens im Hier und Jetzt (Patient-Therapeut-Supervisor / Lehrsupervisor)
  2. Praxisbegleitende Supervision (Lernsupervision mit Lehrsupervisor)
  3. Projektarbeit - supervidiertes Praktikum - kontrol-lierte Behandlungspraxis (Lernsupervision mit Lehrsupervisor)
  4. Einüben und Reflexion von verschiedenen Supervisionsverfahren
  5. Theorie und Methodik zur Fallarbeit
  6. Psychopathologie
  7. Psychohygiene / Ethik des Therapeuten
  8. Gesellschaftliche Bedeutung gestalttherapeutischer, gestaltpädagogischer, gestaltberatender Arbeit und der Supervision

 

Einstiegsmöglichkeiten
Seminar-Termine

Hamburg
NEU 24.-26.Feb.12

Berlin
NEU 25.-26.Feb.12

Koblenz
NEU 29-30.Sept.12

Tübingen
NEU 28-29.Jan.12

Frankfurt 18-19.Feb.12

Freiburg ab April.12

 

News & Aktuelles


26 Jahre GIH

Wir feiern unser
26-jähriges Bestehen als Gestaltzentrum für Gestalttherapie Ausbildung
und Fortbildung in Hamburg

   GIH Blog für Hamburg

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